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Gemeinsam lernen

in der Gemeinschaftsschule Kraichtal

Schüler/innen der Markgrafenschule besuchen muslimische Moschee und christliche Jugendkirche Samuel in Mannheim

Vierzehn Schüler/innen der 10. Klasse der Markgrafenschule besuchten zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Karin Brandenburger und ihrem Religionslehrer Frank Becker die sunnitische Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim.

Im christlichen Religionsunterricht und im Ethikunterricht hatten sie sich mit dem Islam beschäftigt und waren nun nach Mannheim gefahren, um mit Inas Kamran ins Gespräch zu kommen und sich Gemeinde und Moschee erklären zu lassen. Inas Kamran ist als Tochter türkischer Eltern in Mannheim geboren und aufgewachsen. Sie studiert in Frankfurt und möchte später Lehrerin werden. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der Öffentlichkeitsarbeit ihrer muslimischen Gemeinde.

Vor dem Betreten des Gebetsraumes ziehe der Muslim seine Schuhe aus, um den Gebetsteppich sauber  zu halten. Das gelte auch für Besucher, erläuterte Kamran. Im Vorraum entdeckten die Schüler einen Brunnen, der – so Kamran -  für rituelle Waschungen vor dem Gebet benutzt werde. Kamran verwies darauf, dass auch im christlichen Kult Wasser eine Rolle spiele, nämlich bei der Taufe.

Sie berichtete, dass es von Seiten der christlichen Bevölkerung starke Vorbehalte und Ängste gegenüber dem Bau der Moschee gegeben habe. Der kath. Pfarrer der gegenüber liegenden Liebfrauenkirche habe sich dafür eingesetzt, dass die Muslime ihre Moschee dort bauen konnten. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen gelang es, die Vorbehalte zu überwinden, sodass die Moschee 1995 realisiert werden konnte. Am Freitagsgebet nähmen, so Kamran, bis zu 3500 Betende teil. An hohen muslimischen Festtagen könnten es bis zu 6000 sein. Dann werde es allerdings eng und man müsse sehr zusammenrücken. Aktive Mitglieder habe die muslimische Gemeinde ca. 300.

Beim Rundgang durch die Moschee verwies sie auf eine Tafel, die die fünf Gebetszeiten im Blick auf Mannheim angaben. Diese seien vor Sonnenaufgang, morgens, mittags, nachmittags und abends. Beten könne man überall wenn es einem wichtig sei, meinte Kamran. Am Freitag versammle sich die Gemeinde in der Moschee zum Gebet, Männer und Frauen beteten getrennt.  Die Gebetsrichtung Mekka werde durch die Gebetsnische, die Mihrab, angezeigt. Der Prediger halte seine Predigt in drei Sprachen: in Arabisch, in Türkisch und in Deutsch. Die schriftlichen Ornamente und Verzierungen, im Islam seien bildliche Darstellungen nicht üblich, gäben Verse aus dem Koran wieder oder die Namen der vier ersten rechtgeleiteten Kalifen Abu Bakr, Omar, Osman und Ali.

Während die muslimische Moschee an hohen Festtagen die zahlreichen Betenden kaum aufnehmen kann, habe sich die Gemeinde der gegenüber liegenden katholischen Liebfrauenkirche praktisch aufgelöst, erzählt Lisa Stegerer, Mitarbeiterin in der kath. Jugendkirche Samuel, wie die Liebfrauenkirche jetzt heißt. Die Jugendkirche ist aus einem Projekt des Bundes der  dt. kath. Jugend (BDKJ) entstanden im Zusammenhang mit dem Katholikentag in Mannheim 2012. Ziel war es herauszufinden, wie sich Kinder und Jugendliche ihre Kirche vorstellen. In der Jugendkirche können Jugendliche sich ausdrücken, sich hörbar machen. Außerdem möchte sie jungen Menschen Raum geben, Gott in ihrem Leben zu entdecken.

Es sah ein bisschen unaufgeräumt aus und Lisa Stegerer entschuldigte sich, meinte, sie seien gerade dabei den Ostergarten aufzubauen. Einen Blick in den Jerusalem-Room durften wir schon werfen. Das wird sicher gut. Nähere Infos unter: www.jugendkirche-samuel.de.

Bei warmem sonnigen Wetter am schmotzigen Donnerstag rundete ein kurzer Bummel durch die Mannheimer Innenstadt die Exkursion ab.